Was den Altbau besonders macht
Ein Altbau hat seine eigenen Regeln. Alte Decken sind oft nicht für schwere Aufbauten ausgelegt, besonders Holzbalkendecken. Die Böden sind über Jahrzehnte uneben geworden, neue Leitungen sollen im Boden verschwinden, und an Türen und Treppen ist die Höhe begrenzt. Ein schwerer Zementestrich direkt auf der alten Decke ist deshalb oft keine gute Idee.
Der passende Aufbau: leicht ausgleichen, dann Estrich
Bewährt hat sich ein Aufbau in zwei Stufen:
- Leichtestrich als Ausgleich: Er enthält leichte Zuschläge wie gebundene EPS-Kugeln, Blähton oder Perlite und wiegt je nach Mischung nur etwa 150 bis 1.200 kg je Kubikmeter. Er gleicht Unebenheiten aus, bettet Leitungen ein und schafft eine ebene, feste Grundlage. Auf Holzbalkendecken kommt auch eine lose Perlite-Schüttung in Frage, die Höhen ausgleicht und zugleich dämmt.
- Trittschalldämmung und Estrich: Auf den Ausgleich kommt eine durchgehende Trittschalldämmung, darauf der eigentliche Estrich, der später den Belag trägt.
So bleibt der Aufbau leicht, die Leitungen liegen sicher im Ausgleich statt in der Trittschalldämmung, und der Schallschutz zur Wohnung darunter stimmt.
Holzbalkendecken
Auf Holzbalkendecken gilt besondere Sorgfalt. Vor dem Einbau sollte geklärt sein, wie viel die Decke tragen kann, im Zweifel durch einen Statiker. Eine Folie schützt das Holz vor dem Wasser aus dem frischen Estrich. Ob ein Estrich oder ein trockener Aufbau sinnvoller ist, entscheiden wir gemeinsam nach der Besichtigung.
Aufbauhöhe richtig planen
Im Altbau entscheidet oft jeder Zentimeter. Leichtestrich beginnt je nach Produkt bei etwa 30 mm, darüber kommen Dämmung und Estrich. Wir messen vor Ort, wie viel Höhe an Türen, Treppen und zu angrenzenden Räumen zur Verfügung steht, und planen den Aufbau so, dass die Übergänge passen.
Vor dem Estrich im Altbau
- Alte Beläge und lose Schichten sind entfernt, der Untergrund ist frei. Diese Arbeiten übernimmt ein anderer Betrieb.
- Die Tragfähigkeit der Decke ist geklärt.
- Neue Leitungen für Wasser, Heizung und Strom sind verlegt.
- Fenster sind eingebaut, damit der Estrich vor Frost und Zugluft geschützt trocknen kann.
Typische Fehler
- Zu schwerer Aufbau: Ein dicker Zementestrich auf einer alten Decke kann sie überlasten.
- Leitungen in der Trittschalldämmung: Sie bilden Schallbrücken, Schritte werden in der Wohnung darunter hörbar.
- Holz ohne Feuchteschutz: Wasser aus dem Estrich zieht in die Balken.
- Höhen nicht geplant: Türen klemmen, an Treppen und Übergängen entstehen Stufen.
Wovon die Kosten abhängen
Im Altbau bestimmen vor allem die Ausgleichshöhe, die Zahl der Leitungen und die Zugänglichkeit den Preis, etwa bei Arbeiten im Obergeschoss ohne Aufzug. Mehr dazu in unserem Artikel Wovon hängen die Kosten für Estrich ab?