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Estrich im Bad: Gefälle, Abdichtung und der richtige Aufbau

Im Bad ist Zementestrich die sichere Wahl, weil er Feuchtigkeit verträgt. Für eine bodengleiche Dusche bauen wir das Gefälle direkt in den Estrich ein, meist 1,5 bis 2 % zum Ablauf. Die Abdichtung kommt danach vom Fliesenleger auf den Estrich.

Estrich im Bad auf einen Blick

Empfohlen
Zementestrich (CT)
Gefälle zur Dusche
meist 1,5 bis 2 %
Dicke schwimmend
ab 45 mm an der dünnsten Stelle
Fußbodenheizung
als Heizestrich möglich
Abdichtung
danach, vom Fliesenleger

Warum das Gefälle in den Estrich gehört

In der Animation entstehen Gefälleestrich, Abdichtung und Fliesen Schicht für Schicht. Danach der Vergleich: erst dieselbe Dusche ohne Gefälle, dann richtig mit Gefälle. Wählen Sie einen Schritt, um direkt dorthin zu springen.

  1. Auf Dämmung und PE-Folie bauen wir den Zementestrich mit Gefälle zur Duschrinne ein, meist 1,5 bis 2 %. An der Rinne behält er seine Mindestdicke von 45 mm. Im Video ist das Gefälle überhöht dargestellt.

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Was ein Badboden aushalten muss

Im Bad trifft alles zusammen, was ein Estrich nicht mag: Spritzwasser, warme feuchte Luft, eine Fußbodenheizung und oft wenig Aufbauhöhe. Dazu soll das Wasser in der Dusche zuverlässig zum Ablauf laufen. Der Estrich selbst ist dabei nicht die Abdichtung, er ist der ebene, tragfähige Untergrund, auf dem Abdichtung und Fliesen sicher liegen.

Der passende Aufbau

In Wohnhäusern liegt der Estrich im Bad meist schwimmend auf Wärme- und Trittschalldämmung, getrennt durch eine Folie und an allen Wänden durch Randdämmstreifen entkoppelt. Mit Fußbodenheizung wird er zum Heizestrich, die Heizrohre liegen dann im Estrich.

Für eine bodengleiche Dusche bauen wir einen Gefälleestrich: Die Oberfläche fällt zum Ablauf oder zur Duschrinne hin ab, meist um 1,5 bis 2 %. Das Gefälle entsteht im Estrich selbst und nicht erst im Fliesenkleber. So liegt die spätere Abdichtung gleichmäßig auf, und die Fliesen bekommen eine saubere Ebene. Wichtig: An der dünnsten Stelle muss der Estrich noch seine Mindestdicke haben, bei schwimmendem Zementestrich in der Regel 45 mm. Am hohen Ende wird er entsprechend dicker.

Welcher Estrich ins Bad gehört

  • Zementestrich: die sichere Wahl für jedes Bad. Er verträgt Feuchtigkeit und eignet sich auch unter bodengleichen Duschen und in Räumen mit Bodenablauf.
  • Anhydritestrich: nur in trockenen Bereichen eines Wohnbads mit Abdichtung, nicht unter einer bodengleichen Dusche. Dort bauen wir immer Zementestrich ein.
  • Schnellestrich: wenn das Bad schnell wieder nutzbar sein muss, etwa bei einer Sanierung im bewohnten Haus.

Wer macht was?

Im Bad arbeiten mehrere Gewerke Hand in Hand. Damit am Ende alles passt, stimmen wir uns vorher ab:

  • Sanitär: setzt Ablauf oder Duschrinne in der richtigen Höhe und schallentkoppelt. Die Höhe richtet sich nach dem fertigen Fußboden.
  • Heizungsbau: verlegt die Rohre der Fußbodenheizung und übernimmt das Aufheizen.
  • Wir: Dämmung, Randdämmstreifen, Folie und Estrich mit Gefälle, passend zu Ablauf und Belagshöhe.
  • Fliesenleger: misst die Belegreife, bringt die Abdichtung nach DIN 18534 auf und verlegt die Fliesen.

Vor dem Estrich im Bad

  • Ablauf oder Duschrinne sind gesetzt, ihre Höhe ist mit uns abgestimmt.
  • Wasser- und Heizungsleitungen sind verlegt und geprüft.
  • Wanne und Duschtasse stehen fest, wenn sie vor dem Estrich eingebaut werden.
  • Der Meterriss ist angezeichnet, damit Bad und Nachbarräume auf einer Höhe enden.

Typische Fehler, die man später teuer bezahlt

  • Zu wenig oder falsches Gefälle: Wasser bleibt in der Dusche stehen oder läuft Richtung Tür.
  • Ablauf zu hoch oder zu tief: Fliesen und Ablauf passen nicht zusammen, es entstehen Kanten oder Mulden.
  • Schallbrücken: Estrich berührt Ablauf, Rohre oder Wanne direkt, Geräusche gehen ins ganze Haus.
  • Anhydritestrich unter der bodengleichen Dusche: Feuchtigkeit, die durch einen Schaden eindringt, macht ihn weich.
  • Zu früh gefliest: Ohne CM-Messung und Aufheizprotokoll lösen sich später Fliesen oder es bilden sich Risse.

Wovon die Kosten abhängen

Ein Bad ist meist eine kleine Fläche mit viel Detailarbeit: Gefälle, Anschlüsse an Ablauf, Wanne und Türen. Pro Quadratmeter ist es deshalb oft aufwendiger als ein großer Wohnraum. Was den Preis sonst bestimmt, erklären wir in unserem Artikel Wovon hängen die Kosten für Estrich ab?

Häufige Fragen: Estrich im Bad

Welcher Estrich ist für das Bad am besten?

Zementestrich. Er verträgt Feuchtigkeit und eignet sich auch unter bodengleichen Duschen. Anhydritestrich ist nur in trockenen Bereichen des Bads möglich, nicht unter einer bodengleichen Dusche.

Wie viel Gefälle braucht eine bodengleiche Dusche?

Üblich sind 1,5 bis 2 % zum Ablauf oder zur Rinne. Das Gefälle bauen wir direkt in den Estrich ein, nicht erst in den Fliesenkleber. So liegt die Abdichtung gleichmäßig und das Wasser läuft sicher ab.

Ist der Estrich im Bad schon die Abdichtung?

Nein. Estrich ist nicht wasserdicht und auch die PE-Folie darunter ist keine Abdichtung. Die Abdichtung nach DIN 18534 bringt der Fliesenleger auf den belegreifen Estrich auf, an Wänden, Ecken und Durchdringungen mit Dichtband.

Kann ich im Bad eine Fußbodenheizung bekommen?

Ja, als Heizestrich. Der Estrich wird vor dem Fliesen nach Protokoll aufgeheizt, und erst wenn die CM-Messung die Belegreife bestätigt, kommen Abdichtung und Fliesen.

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