Was ein Garagenboden aushalten muss
Ein Garagenboden trägt das Gewicht eines Autos, punktuelle Lasten von Wagenheber und Reifen, Schmelzwasser mit Tausalz im Winter und manchmal einen Tropfen Öl. Die Garage ist meist unbeheizt, der Boden muss also auch Frost vertragen. Dafür braucht es einen festen, feuchteunempfindlichen Estrich mit sauberem Gefälle.
Der passende Aufbau
In den meisten Garagen bauen wir den Estrich als Verbundestrich ein. Er wird fest mit der Bodenplatte verbunden: Die Platte wird gereinigt, eine Haftbrücke aufgetragen und der Estrich frisch in frisch darauf eingebracht. So kann er sich nicht ablösen und trägt die Last direkt in den Untergrund.
Ist die Bodenplatte nicht ausreichend tragfähig oder verunreinigt, bauen wir den Estrich auf einer Trennlage ein, dann etwas dicker. Eine Dämmung ist in einer unbeheizten Garage nicht nötig. Wird die Garage als beheizte Werkstatt genutzt, kann ein schwimmender Aufbau sinnvoll sein.
Gefälle: damit kein Wasser stehen bleibt
Was vom Auto tropft, soll ablaufen. Dafür bekommt der Estrich ein Gefälle von etwa 1,5 bis 2 %, zum Tor hin oder zu einer Entwässerungsrinne. Ohne Gefälle bleiben Pfützen stehen, die im Winter gefrieren und die Oberfläche angreifen. Wo das Gefälle hinführen soll und ob eine Rinne gesetzt wird, klären wir vor dem Einbau.
Welcher Estrich in die Garage gehört
- Zementestrich: robust, feuchtefest und frostunempfindlich im ausgehärteten Zustand. Für Garagen wählen wir eine höhere Festigkeitsklasse als im Wohnraum.
- Nicht geeignet: Anhydritestrich, weil er Feuchtigkeit nicht verträgt, und Leichtestrich, weil er die Lasten nicht trägt.
Schutz vor Tausalz und Öl
Unbehandelter Zementestrich ist auf Dauer nicht beständig gegen Tausalz, und Öl zieht in die Oberfläche ein. Wir empfehlen deshalb einen Oberflächenschutz, etwa eine Beschichtung oder Versiegelung durch einen Fachbetrieb. Dafür muss der Estrich vorher ausreichend trocken sein. Alternativ kann ein Belag wie Fliesen auf den Estrich kommen.
Vor dem Estrich in der Garage
- Die Bodenplatte ist sauber, frei von Öl, Farbe und losen Teilen.
- Rinne oder Ablauf sind gesetzt und auf die Estrichhöhe abgestimmt.
- Die Höhe am Tor ist geklärt, damit das Tor schließt und kein Wasser hineinläuft.
- Leitungen auf der Platte sind verlegt oder vorher entfernt.
Typische Fehler
- Kein oder falsches Gefälle: Pfützen, Frostschäden, Wasser läuft in Richtung Haus.
- Schlechter Verbund: Auf einer verschmutzten Platte löst sich der Estrich, er klingt hohl und bricht unter Last.
- Zu früh befahren: Zementestrich erreicht seine volle Festigkeit erst nach etwa 28 Tagen.
- Fehlende Fugen: Bei großen Flächen und an Stützen reißt der Estrich unkontrolliert.
Wovon die Kosten abhängen
Den Preis bestimmen vor allem Fläche, Zustand der Bodenplatte, Gefälle und ob eine Rinne eingebunden wird. Mehr dazu in unserem Artikel Wovon hängen die Kosten für Estrich ab?