So funktioniert ein Heizestrich
Beim Heizestrich liegen die Rohre der Fußbodenheizung direkt im Estrich. Das warme Wasser gibt seine Wärme an den Estrich ab, er speichert sie und gibt sie gleichmäßig an den Raum weiter. Das macht Fußbodenheizungen so behaglich und sparsam: Sie kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus und passen deshalb ideal zu Wärmepumpen.
Wir bauen Heizestrich als Zementestrich oder als Anhydritestrich. Welcher besser passt, hängt von Raumnutzung, Feuchtebelastung und Zeitplan ab. In Bädern und Kellern ist Zementestrich die sichere Wahl, in Wohnräumen spielt Anhydritestrich seine Stärken aus.
Die richtige Dicke über den Rohren
Damit der Estrich die Lasten trägt und die Wärme gleichmäßig verteilt, braucht er genug Material über den Rohren. Bei der üblichen Festigkeitsklasse F4 sind das mindestens 45 mm, bei Zement- wie bei Anhydritestrich. Dazu kommt der Rohrdurchmesser, insgesamt ergeben sich meist 60 bis 75 mm. Unter den Rohren liegt eine Dämmung, die die Wärme nach oben lenkt. Die Mindestwerte dafür regelt die DIN EN 1264-4.
Fugen und Heizkreise
Heizestrich dehnt sich beim Aufheizen aus und zieht sich beim Abkühlen wieder zusammen. Deshalb planen wir Bewegungsfugen an Türdurchgängen, zwischen den Heizkreisen und bei großen oder verwinkelten Flächen. Den Fugenplan stimmen wir mit dem Heizungsbau ab. Wo ein Rohr eine Fuge kreuzen muss, wird es mit einem Schutzrohr gesichert.
Aufheizen nach Protokoll
Bevor ein Belag auf den Heizestrich kommt, wird er aufgeheizt. Das Funktionsheizen beginnt bei Zementestrich frühestens nach 21 Tagen, bei Anhydritestrich frühestens nach 7 Tagen oder nach Herstellerangabe. Meist folgt das Belegreifheizen, bis die CM-Messung die Belegreife bestätigt: meist 1,8 CM-% bei Zementestrich, 0,3 bis 0,5 CM-% bei Anhydritestrich.
Jeder Schritt gehört in ein Aufheizprotokoll. Es ist der Nachweis für alle, die später auf dem Estrich weiterarbeiten. Wir sagen Ihnen bei der Übergabe genau, wann und wie aufgeheizt wird.
Gebaut für viele Heizperioden
Ein Heizestrich arbeitet jeden Winter: aufheizen, abkühlen, wieder aufheizen. Ist er zu dünn, fehlen Fugen oder wurde zu früh geheizt, zeigen sich Risse oft erst nach Jahren. Fachgerecht gebaut, macht er dagegen über Jahrzehnte jede Heizperiode mit, und unter jedem neuen Belag wird es wieder warm.