Zuletzt aktualisiert am
Alter Estrich raus Einbau: anderer Betrieb
Der alte Estrich hat weder Heizrohre noch die passende Dämmung. Ein anderer Betrieb entfernt ihn, bis der Rohboden frei ist. Danach kommen wir.
Randdämmstreifen und Wärmedämmung Einbau: Siwek
Randdämmstreifen an allen Wänden, darauf die Wärmedämmung. Sie sorgt dafür, dass die Wärme nach oben in den Raum geht und nicht in die Decke.
Systemplatte und Heizrohre Einbau: Heizungsbau
Der Heizungsbau verlegt die Systemplatte und die Heizrohre im Mäander zwischen den Noppen. Vor dem Estrich folgt die Druckprüfung.
Heizestrich Einbau: Siwek
Wir bauen den Heizestrich ein. Er umschließt die Rohre und liegt bei der üblichen Festigkeitsklasse F4 mindestens 45 mm über ihnen.
Aufheizen Einbau: Heizungsbau
Die Wärme verteilt sich von den Rohren gleichmäßig im Estrich. Das Funktionsheizen übernimmt der Heizungsbau, bei Zementestrich frühestens nach 21 Tagen.
Aufbauhöhe
Dämmung, Systemplatte und Heizestrich ergeben hier rund 12 cm, meist kommen 10 cm und mehr zusammen. Wir messen vorher, wie viel Höhe an Türen und Treppen zur Verfügung steht.
Ein Heizestrich wird nicht einfach eingeschaltet. Bevor ein Belag auf die Fußbodenheizung kommt, wird er nach einem festen Ablauf aufgeheizt. Dabei unterscheidet man zwei Schritte, die oft verwechselt werden.
1. Funktionsheizen
Das Funktionsheizen prüft, ob die Fußbodenheizung richtig arbeitet, und ist eine Leistung des Heizungsbauers. Nach DIN EN 1264-4 beginnt es bei Zementestrich frühestens 21 Tage nach dem Einbau, bei Calciumsulfatestrich frühestens nach 7 Tagen beziehungsweise nach Herstellerangabe. Der übliche Ablauf:
- mindestens drei Tage mit einer Vorlauftemperatur von 20 bis 25 °C,
- danach mindestens vier Tage mit der maximalen Auslegungstemperatur der Heizung.
Das Funktionsheizen zeigt, ob alles funktioniert. Es macht den Estrich aber nicht automatisch belegreif.
2. Belegreifheizen
Das Belegreifheizen dient dazu, dem Estrich gezielt Feuchtigkeit zu entziehen, bis er belegreif ist. Dazu wird die Vorlauftemperatur schrittweise erhöht, über einen längeren Zeitraum gehalten und wieder abgesenkt. Es muss gesondert vereinbart werden und endet erst, wenn die CM-Messung die Belegreife bestätigt.
Das Aufheizprotokoll
Beide Schritte gehören in ein Aufheizprotokoll. Darin stehen unter anderem:
- Einbaudatum und Art des Estrichs,
- Beginn, Temperaturen und Dauer jeder Heizphase,
- Unterbrechungen und Besonderheiten,
- Unterschriften der Beteiligten.
Das Protokoll schützt alle Beteiligten, falls später Fragen zu Rissen oder Feuchtigkeit auftauchen. Ohne Protokoll lehnen viele Bodenleger das Verlegen auf einem Heizestrich ab.
Typische Fehler beim Aufheizen
- Zu früh geheizt: Der Estrich ist noch nicht fest genug und kann reißen.
- Zu schnell hochgedreht: Große Temperatursprünge erzeugen Spannungen im Estrich.
- Funktionsheizen mit Belegreifheizen verwechselt: Der Belag kommt, obwohl der Estrich noch zu feucht ist.
- Heizung während des Heizens abgeschaltet und vergessen: Die Trocknung stockt, der Zeitplan verschiebt sich.
Wer macht was?
Wir bauen den Heizestrich mit der richtigen Überdeckung und einem Fugenplan, der zu den Heizkreisen passt. Das Aufheizen übernimmt der Heizungsbau, die Belegreife prüft der Bodenleger. Wir stimmen uns mit beiden ab, damit die Übergaben reibungslos laufen.
Hinweis: Die Angaben sind allgemeine Richtwerte und ersetzen keine Prüfung im Einzelfall. Maßgeblich sind die einschlägigen Normen, die Herstellerangaben und die Situation auf Ihrer Baustelle.