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Heizestrich richtig aufheizen

Funktionsheizen, Belegreifheizen und das passende Protokoll.
Von Alfred Siwek, Inhaber und Estrichleger

Zuletzt aktualisiert am

Alter Estrich raus Einbau: anderer Betrieb

Der alte Estrich hat weder Heizrohre noch die passende Dämmung. Ein anderer Betrieb entfernt ihn, bis der Rohboden frei ist. Danach kommen wir.

Ein Heizestrich wird nicht einfach eingeschaltet. Bevor ein Belag auf die Fußbodenheizung kommt, wird er nach einem festen Ablauf aufgeheizt. Dabei unterscheidet man zwei Schritte, die oft verwechselt werden.

1. Funktionsheizen

Das Funktionsheizen prüft, ob die Fußbodenheizung richtig arbeitet, und ist eine Leistung des Heizungsbauers. Nach DIN EN 1264-4 beginnt es bei Zementestrich frühestens 21 Tage nach dem Einbau, bei Calciumsulfatestrich frühestens nach 7 Tagen beziehungsweise nach Herstellerangabe. Der übliche Ablauf:

  1. mindestens drei Tage mit einer Vorlauftemperatur von 20 bis 25 °C,
  2. danach mindestens vier Tage mit der maximalen Auslegungstemperatur der Heizung.

Das Funktionsheizen zeigt, ob alles funktioniert. Es macht den Estrich aber nicht automatisch belegreif.

2. Belegreifheizen

Das Belegreifheizen dient dazu, dem Estrich gezielt Feuchtigkeit zu entziehen, bis er belegreif ist. Dazu wird die Vorlauftemperatur schrittweise erhöht, über einen längeren Zeitraum gehalten und wieder abgesenkt. Es muss gesondert vereinbart werden und endet erst, wenn die CM-Messung die Belegreife bestätigt.

Das Aufheizprotokoll

Beide Schritte gehören in ein Aufheizprotokoll. Darin stehen unter anderem:

  • Einbaudatum und Art des Estrichs,
  • Beginn, Temperaturen und Dauer jeder Heizphase,
  • Unterbrechungen und Besonderheiten,
  • Unterschriften der Beteiligten.

Das Protokoll schützt alle Beteiligten, falls später Fragen zu Rissen oder Feuchtigkeit auftauchen. Ohne Protokoll lehnen viele Bodenleger das Verlegen auf einem Heizestrich ab.

Typische Fehler beim Aufheizen

  • Zu früh geheizt: Der Estrich ist noch nicht fest genug und kann reißen.
  • Zu schnell hochgedreht: Große Temperatursprünge erzeugen Spannungen im Estrich.
  • Funktionsheizen mit Belegreifheizen verwechselt: Der Belag kommt, obwohl der Estrich noch zu feucht ist.
  • Heizung während des Heizens abgeschaltet und vergessen: Die Trocknung stockt, der Zeitplan verschiebt sich.

Wer macht was?

Wir bauen den Heizestrich mit der richtigen Überdeckung und einem Fugenplan, der zu den Heizkreisen passt. Das Aufheizen übernimmt der Heizungsbau, die Belegreife prüft der Bodenleger. Wir stimmen uns mit beiden ab, damit die Übergaben reibungslos laufen.

Hinweis: Die Angaben sind allgemeine Richtwerte und ersetzen keine Prüfung im Einzelfall. Maßgeblich sind die einschlägigen Normen, die Herstellerangaben und die Situation auf Ihrer Baustelle.

Noch Fragen zu Ihrem Estrich?

Wir beraten Sie gerne persönlich, telefonisch oder direkt vor Ort auf Ihrer Baustelle in Herten und Umgebung.