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Welche Estricharten gibt es?

Zement, Calciumsulfat, Schnell- und Leichtestrich sowie die Bauarten im Überblick.
Von Alfred Siwek, Inhaber und Estrichleger

Zuletzt aktualisiert am

Estriche werden vor allem nach zwei Dingen unterschieden: nach ihrem Bindemittel, also woraus sie bestehen, und nach ihrer Bauart, also wie sie mit dem Untergrund verbunden sind. Beides zusammen entscheidet, wo ein Estrich passt.

Nach dem Bindemittel

  • Zementestrich (CT): Der Klassiker. Robust, feuchteunempfindlich und für fast alle Bereiche geeignet, auch für Keller, Bäder und Garagen. Nachteil: Er braucht relativ lange, bis er belegreif ist. Mehr zum Zementestrich
  • Schnellestrich: Ein Zementestrich, der deutlich früher belegreif ist. Entweder bindet ein Schnellzement das Wasser chemisch, oder ein Zusatzmittel, der Schnelltrockner, spart Anmachwasser ein. Fachlich heißt die zweite Variante beschleunigter Zementestrich. Mehr zum Schnellestrich
  • Calciumsulfatestrich (Anhydritestrich, CA): Schwindet kaum und eignet sich gut für Fußbodenheizungen. Es gibt ihn konventionell eingebaut (CA) und als Fließestrich (CAF), wir verarbeiten ihn konventionell. Er ist feuchteempfindlich und daher nicht für dauerhaft nasse Bereiche gedacht. Mehr zum Anhydritestrich
  • Leichtestrich und Ausgleichsschichten: Bringen wenig Gewicht auf die Decke und gleichen Unebenheiten und Leitungen aus. Ideal für die Altbausanierung und auf Holzbalkendecken. Mehr zum Leichtestrich

Daneben gibt es Spezialestriche wie Gussasphalt- oder Kunstharzestrich, die vor allem im Industrie- und Objektbau vorkommen.

Nach der Bauart

  • Verbundestrich: fest mit dem tragenden Untergrund verbunden, ohne Dämmung. Typisch für Garagen, Keller, Werkstätten und Flächen mit Gefälle. Mehr zum Verbundestrich
  • Estrich auf Trennlage: durch eine Trennschicht, meist zwei Lagen Folie, vom Untergrund getrennt, aber ohne Dämmung. Er kann sich unabhängig vom Untergrund bewegen.
  • Schwimmender Estrich: auf einer Dämmschicht, ohne Verbindung zu Wänden und Untergrund. Der Standard im Wohnungsbau, weil er Wärme und Schall dämmt. So ist er aufgebaut
  • Heizestrich: ein schwimmender Estrich mit eingebetteten Heizrohren der Fußbodenheizung. Mehr zum Heizestrich

Was Kürzel wie CT-C25-F4 bedeuten

Estriche werden nach DIN EN 13813 mit einem Kurzzeichen beschrieben. Das Beispiel CT-C25-F4 lässt sich so lesen:

  • CT steht für das Bindemittel, hier Zement (cementitious). CA steht für Calciumsulfat.
  • C25 ist die Druckfestigkeitsklasse, hier mindestens 25 N/mm².
  • F4 ist die Biegezugfestigkeitsklasse, hier mindestens 4 N/mm².

Welche Klasse und Dicke nötig sind, hängt von der Nutzung ab. Ein Wohnzimmer braucht weniger als eine Werkstatt mit Hubwagen.

Welcher Estrich passt wofür?

  • Wohnräume: Zement- oder Anhydritestrich, schwimmend auf Dämmung.
  • Bäder und Feuchträume: Zementestrich, weil er Feuchtigkeit verträgt.
  • Fußbodenheizung: Zement- oder Anhydritestrich als Heizestrich.
  • Garage, Keller, Werkstatt: Zementestrich, oft als Verbundestrich.
  • Enger Zeitplan: Schnellestrich.
  • Altbau und Holzbalkendecken: Leichtestrich.

Eine ausführliche Gegenüberstellung mit Kennwerten finden Sie in unserem Estrich-Vergleich.

Hinweis: Die Angaben sind allgemeine Richtwerte und ersetzen keine Prüfung im Einzelfall. Maßgeblich sind die einschlägigen Normen, die Herstellerangaben und die Situation auf Ihrer Baustelle.

Noch Fragen zu Ihrem Estrich?

Wir beraten Sie gerne persönlich, telefonisch oder direkt vor Ort auf Ihrer Baustelle in Herten und Umgebung.