Was ein Kellerboden aushalten muss
Der Kellerboden liegt direkt über dem Erdreich. Er ist kühler als der Rest des Hauses, und von unten kann Feuchtigkeit nachkommen, wenn die Bodenplatte nicht abgedichtet ist. Wie der Estrich aufgebaut wird, hängt vor allem davon ab, wofür der Keller genutzt wird: als Lagerraum oder als beheizter Wohnraum.
Zuerst die Abdichtung
Bevor der Estrich kommt, muss die Bodenplatte gegen Bodenfeuchte abgedichtet sein. Diese Abdichtung nach DIN 18533 liegt auf oder unter der Bodenplatte, meist als Bitumenbahn oder Dickbeschichtung, und gehört zum Rohbau. Eine PE-Folie unter dem Estrich ist keine Abdichtung, sie trennt nur Estrich und Untergrund. Wir prüfen vor dem Einbau, ob die Abdichtung vorhanden ist, und weisen Sie darauf hin, wenn etwas fehlt.
Der passende Aufbau
- Lagerkeller, unbeheizt: Zementestrich als Verbundestrich direkt auf der Bodenplatte oder auf einer Trennlage. Eine Dämmung ist nicht nötig.
- Wohnkeller, beheizt: schwimmender Zementestrich auf Wärmedämmung, die für den Einsatz gegen Erdreich geeignet ist, an allen Wänden mit Randdämmstreifen. Auf Wunsch mit Fußbodenheizung als Heizestrich.
Liegen Leitungen auf der Bodenplatte, gleichen wir sie in einer eigenen Schicht aus, damit darüber eine ebene Fläche entsteht.
Welcher Estrich in den Keller gehört
Im Keller bauen wir Zementestrich ein. Er verträgt Feuchtigkeit, falls doch einmal Wasser in den Keller gelangt. Anhydritestrich ist für Keller nicht geeignet, weil er bei Feuchtigkeit an Festigkeit verliert.
Aufbauhöhe im Keller
Gerade in älteren Häusern ist die Raumhöhe im Keller knapp. Dämmung und Estrich kosten schnell 10 cm und mehr. Deshalb klären wir vor dem Einbau, wie viel Höhe zur Verfügung steht, wie die Kellertreppe und die Türen anschließen und welche Dämmstärke für die geplante Nutzung sinnvoll ist.
Trocknung im Keller
Im kühlen Keller trocknet Estrich langsamer als in den Wohngeschossen, denn kühle Luft nimmt wenig Feuchte auf. Im Sommer kann warme, feuchte Außenluft im kühlen Keller sogar Feuchtigkeit abgeben. Deshalb im Sommer besser morgens oder abends lüften, wenn die Außenluft kühler ist, und bei Bedarf einen Bautrockner einsetzen. Wie lange Estrich allgemein trocknet, lesen Sie in unserem Artikel Wie lange muss Estrich trocknen?
Vor dem Estrich im Keller
- Die Abdichtung der Bodenplatte ist fertig.
- Die Nutzung ist geklärt: Lagerraum oder beheizter Wohnraum.
- Leitungen, Abläufe und Pumpensümpfe sind gesetzt.
- Fenster und Türen sind eingebaut, damit Frost und Zugluft draußen bleiben.
Typische Fehler
- Estrich ohne abgedichtete Bodenplatte: Feuchtigkeit steigt nach, der Belag nimmt Schaden.
- PE-Folie als Abdichtung verstanden: Sie trennt nur, sie dichtet nicht.
- Wohnkeller ohne Dämmung: Der Boden bleibt kalt, Wärme geht ins Erdreich verloren.
- Zu früher Belag: Im kühlen Keller braucht die Trocknung Zeit, die CM-Messung zeigt, wann es losgehen kann.
Wovon die Kosten abhängen
Im Keller bestimmen vor allem die Nutzung, die Dämmung und die Zugänglichkeit den Preis, etwa wie die Pumpe und das Material in den Keller kommen. Mehr dazu in unserem Artikel Wovon hängen die Kosten für Estrich ab?